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Haustiere für Senioren: Hund, Katze & Co. können eine Stütze sein

Haustiere schenken Liebe und vermitteln Senioren das wichtige Gefühl, gebraucht zu werden. Doch Tiere bedeuten Aufwand – auch dann, wenn ihr Halter krank oder altersschwach wird. Wie die richtigen Vorkehrungen helfen, auch im Alter Freude an den treuen Begleitern zu haben und welche Haustiere für Senioren geeignet sind.

Ein Hund fördert die Bewegung im Alter.
Ein Hund fördert die Bewegung im Alter. © monkeybusinessimages / iStock / Getty Images Plus

Haustiere für Senioren – das Wichtigste in Kürze:

  • Haustiere stärken die geistige Fitness, reduzieren Stress und sorgen für Bewegung. Mehr Vorteile
  • Hunde und Katzen sind – unter bestimmten Umständen – für ältere Menschen besonders geeignet. Geeignete Haustiere
  • Senioren und Seniorinnen brauchen oft Unterstützung bei der Haltung und Pflege ihres Haustiers. Mehr erfahren

Haustiere öffnen das Herz. Sie schaffen Bindung und geben Zuwendung zurück. Sie zeigen Zuneigung und bringen Schwung in den Alltag. Das tut älteren Menschen gut.

Je nach Lebenslage sind die Ansprüche verschiedener Haustiere im Alter jedoch nicht mehr so leicht zu erfüllen. Deshalb ist es wichtig, sich für das Haustier zu entscheiden, das am besten zu einem passt.

Warum tun Haustiere Senioren gut?

Wie wirken Haustiere auf ältere Menschen? Mit dieser Frage haben sich bereits viele Studien beschäftigt. Die Antworten fallen positiv aus. Sich besser erinnern, weniger nach Worten suchen: Eine der jüngsten wissenschaftlichen Untersuchungen, eine Langzeit-Studie der US-Universitäten Michigan, Florida und Virginia zeigt, dass Haustiere die geistige Fitness im Alter erhöhen. Denn Haustiere – unabhängig von ihrer Art – reduzieren Stress und sorgen ausserdem für mehr Bewegung im Alltag.

Wie steht es um die Tierhaltung in Privathaushalten von Seniorinnen und Senioren? Diese Fragen beantworteten knapp 2000 ambulante Dienstleister wie beispielsweise die Spitex, Pro Senectute und diverse weitere Anbieter im Rahmen der Studie «Tierhaltung in Privathaushalten von Seniorinnen und Senioren», die der Schweizer Tierschutz STS durchführte. Dabei kam Folgendes heraus:

Haustiere …

  • reduzieren Einsamkeitsgefühle von Seniorinnen und Senioren,
  • sind für sie ein wichtiger sozialer Partner,
  • sorgen für mehr Bewegung im Alltag,
  • trösten,
  • geben Lebensfreude,
  • lenken von Schmerzen ab,
  • machen psychisch stabiler.

Haustiere bringen Routine in den Alltag

Haustiere geben dem Tag Struktur. Tierhalter müssen ihre Lieblinge zu bestimmten Tageszeiten füttern, für Auslauf sorgen, sie bürsten oder streicheln und Zubehör wie Käfige oder Toiletten reinigen.

Eine neue Verantwortung

Haustiere sind auf ihre Halter angewiesen. Wer ein Haustier hat, übernimmt daher Verantwortung – Tag für Tag und über viele Jahre hinweg. Diese Verantwortung stärkt das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und damit das Selbstwertgefühl.

Haustiere fördern Kontaktaufnahme zu anderen Haustierhaltern

Darüber hinaus sorgen Haustiere für Kontakte zu anderen Menschen – was bei der Hundehaltung besonders offensichtlich ist. Denn wer einen Hund hat, muss täglich mehrere Runden gehen, vielleicht auch die Hundeschule besuchen. Dabei kommt man leicht mit anderen Menschen ins Gespräch. Regelmässige Begegnungen mit anderen Hundehaltern können neue Freundschaften entstehen lassen.

Aber auch Kleintiere fördern Kontakte. Bereits in den Siebzigerjahren zeigte eine britische Studie, dass Vogelhalter mehr Freunde gewinnen und mehr Besuch bekommen als diejenigen, die Pflanzen halten.

Welches Haustier ist für Senioren am besten geeignet?

Es soll also lebendig in den eigenen vier Wänden werden. Doch: Welches Tier wird zu einem echten Freund für einen älteren Menschen? Die Katze, die schnurrend um die Beine streicht, aber auch viele Stunden auf Reise geht, ohne sich vorher abzumelden? Der Hund, der treue Kerl – der auch dann auf seinen Spaziergang besteht, wenn es draussen kalt ist oder regnet? Oder doch ein pflegeleichteres Nagetier?

Ein Hund für Senioren

Wer sich für einen Hund entscheidet, sollte grundsätzlich darauf achten, dass das Tier charakterlich gut zur Halterin oder zum Halter passt. Im Alter ist ausserdem wichtig, dass man sich die Bedürfnisse eines Hundes vor Augen führt und abwägt, ob man diesen gerecht werden kann.

Was ein Hund braucht: Ein Hund benötigt viel Zeit – für Hundeschule und Auslauf zum Beispiel. Darüber hinaus ist er ungern lange allein zu Hause. Er will Gesellschaft.

Für wen ein Hund sich eignet: Senioren, die viel zu Hause sind, Spaziergänge lieben und einen treuen Begleiter suchen, für den sie gerne einen Teil ihrer Unabhängigkeit aufgeben.

Katzen können die perfekten Weggefährten im Alter sein.
Katzen können die perfekten Weggefährten im Alter sein. © Amy Humphries / Unspalsh

Welche Hunderasse für Senioren?

Wenn man sich für einen Hund entscheidet, spielt die Rasse ebenfalls eine Rolle. Ein kleiner Mischling, der die Eigenschaften verschiedener Rassen in sich trägt, kann ein toller Gefährte werden. Terrier sind oft sehr lebendig, brauchen viel Auslauf und eine strenge Erziehung.

Hunde, die zum Schafehüten gezüchtet wurden oder Jagdhunde brauchen ständig neue Aufgaben und viel Bewegung. Sie sind für ältere Menschen daher weniger geeignet wie gutmütige und ruhige Labradore oder Pudel.

Ein Welpe fordert viel Zeit und muss erst noch erzogen werden. Oft sind die jungen Haustiere noch nicht stubenrein und in vielen Fällen sollten Besitzer mit ihnen eine Hundeschule besuchen. Ein älterer Hund kann daher ein guter Wegbegleiter für älteren Menschen sein. Er ist im besten Fall bereits erzogen, stubenrein und man kennt seinen Charakter und kann ihn besser einschätzen. Zudem liegt die Lebenserwartung von Hunden durchschnittlich zwischen neun und 16 Jahren.

Katzen für Senioren

«Wie in den Alters- und Pflegeheimen ist auch in den Privathaushalten die Katze ganz klar das beliebteste Haustier von Seniorinnen und Senioren», heisst es in der Studie Tierhaltung in Privathaushalten von Seniorinnen und Senioren. «Da die Katze im Vergleich zu anderen Haustieren sehr selbstständig ist, eignet sie sich gut als Gefährte für ältere Menschen.»

Was eine Katze braucht: Die meisten Katzen lieben viele Streicheleinheiten. Reine Wohnungskatzen benötigen darüber hinaus Spiel- und Klettermöglichkeiten, Aussichtsplätze und Verstecke in der Wohnung. Auch Katzengras zum Knabbern ist wichtig – andernfalls bedienen sich die Samtpfoten an den Zimmerpflanzen. Katzen, die tagsüber oft allein bleiben müssen, benötigen einen Spielkameraden.

Für wen sich eine Katze eignet: Für ältere Menschen, die viel unterwegs sind, die ihre Unabhängigkeit schätzen und sich ein Haustier wünschen, das nicht im Käfig gehalten werden muss.

Meerschweinchen für Senioren?

Sie stammen aus Südamerika, wo sie in den flachen Grasländern, aber auch in hohen Gebirgsregionen, manchmal in 4000 Metern Höhe, in Sippen leben. Müssen Meerschweinchen in einem Käfig alleine ausharren, vereinsamen sie schnell. Sie sollten daher mindestens zu dritt gehalten werden, so der Deutsche Tierschutzbund.

Darüber hinaus benötigen Meerschweinchen Platz: Die Grundfläche des Käfigs sollte mindestens 1,50 mal 0,75 Meter messen und den Tieren viele Höhlen und oder Röhren zum Verstecken bieten. Wenn diese Voraussetzungen gegeben sind, eignen sich Meerschweinchen gut für Seniorinnen und Senioren.

Kaninchen für Senioren

Ein wesentliches Bedürfnis von Kaninchen ist es, unterirdische Gänge zu graben und aufgrund ihrer ständig nachwachsenden Zähne zu nagen. Eine artgemässe Haltung ist deshalb nur in einem Freigehege möglich. Gibt es genügend Platz zum Graben, Haken schlagen und Verstecken sowie sonnige und schattige Liegeflächen, werden sich die Kaninchen dort sehr wohl fühlen. Als Sippentiere müssen Kaninchen mindestens zu zweit gehalten werden.

Süsswasserfische

Das Beobachten von Fischen beruhigt und macht Freude. Rund drei Millionen Aquarienfische bevölkern Schweizer Haushalte. «Um sie artgerecht zu halten, braucht es viel Wissen», informiert das Bundesamt für Veterinärwesen. Denn auch Fische sind auf gute und fachmännische Pflege angewiesen. Sie sind zwar stumm, aber durchaus schmerzempfindlich und leidensfähig. Schon kleine Fehler bei der Zusammenstellung der Arten, der Wasserqualität und Temperatur, der Einrichtung und Fütterung können tödliche Folgen haben.

Ältere Menschen, die Freude daran haben, Fachwissen zur Fischhaltung zu erwerben, werden auch Freude an ihren Fischen haben. Angehörige, die zwischendurch die Pflege übernehmen, sollten ebenfalls über notwendiges Wissen verfügen.

Eher ungeeignet sind:

  • Hamster, Mäuse, Ratten: Nagetiere wie Hamster, Mäuse und Ratten sind für ältere Menschen, die sich tagsüber mit ihrem Tier beschäftigen wollen, nicht zu empfehlen. Denn diese Tiere werden erst am Abend aktiv und können durch lautes Nagen oder andere Geräusche die Nachtruhe stören.
  • Kanarienvögel und Wellensittiche: Viele Tierschützende lehnen die Haltung von Vögeln in Käfigen und Volieren grundsätzlich ab, da eine artgerechte Haltung quasi unmöglich ist. Für Senioren kommt hinzu, dass grosse Vogelvolieren umständlich gereinigt werden müssen und die Tiere sehr viel Platz brauchen, was gerade im Altenheim meist nicht gegeben ist.

Haustiere für Senioren: Die Familie pflegt mit

Ob klein oder gross – alle Haustiere müssen artgerecht gehalten werden, kosten Geld und Zeit. Gut, wenn Angehörige signalisieren, dass sie bei der Pflege des Tieres oder der Tiere im Zweifelsfall helfen. Möglichkeiten der Unterstützung sind zum Beispiel:

  • sich während eines Spitalaufenthaltes um das Tier kümmern
  • ältere Tierhalterinnen und Tierhalter finanziell unterstützen, denn vor allem die Hunde- und Katzenhaltung kann ins Geld gehen
  • Käfige und die Katzentoilette sauber halten
  • regelmässige Spaziergänge mit dem Hund übernehmen, dem zweitbeliebtesten Haustier in Privathaushalten von älteren Menschen

Die Fachstelle Grizzly des Schweizer Tierschutz STS berät bei der Haustierhaltung. Sie sorgt dafür, dass auch bei zunehmenden altersbedingten Einschränkungen das Zusammenleben von Halter und Haustier funktioniert. Darüber hinaus engagiert sich Grizzly, schmerzliche Trennungen vom Haustier bei Einzug in eine Altersinstitution zu verhindern.